Rechtswissenschaft | teildisziplinen

Teildisziplinen

Die Rechtswissenschaft umfasst mehrere Teildisziplinen, die manchmal auch mit dem Plural Rechtswissenschaften zusammenfassend bezeichnet sind. Die wichtigsten Teildisziplinen sind:

  • Rechtsdogmatik ist eigentliche Kerndisziplin der Rechtswissenschaft. Sie bemüht sich um eine systematische Durchdringung der verschiedenen Rechtsquellen und analysiert positives Recht vor allem begrifflich. Im kontinentaleuropäischen Rechtskreis sind ihre Methoden vor allem die der Exegese sowie der Lückenfüllung durch richterliche Rechtsfortbildung im wege der Analogie
  • Die Politische Jurisprudenz zieht auf die aktive Gestaltung von Recht. Hierfür untersucht sie die Möglichkeiten und Bedingungen einer Veränderungen des geltenden Rechts und erarbeitet auf Grundlage von Änderungswünschen Vorschläge zur Umgestaltung. Ein wesentlicher Teilbereich ist deshalb auch die Rechtskritik, die nach Schwächen im geltenden Recht fragt.
  • Die vergleichende Rechtswissenschaft untersucht verschiedene Rechtssysteme auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dabei geht es sowohl um die verschiedenen Lösungswege für ein identisches gesellschaftspolitisches Ziel als auch um die verschiedenen Auswirkungen, die ein bestimmtes Rechtsinstitut haben kann.
  • Die Rechtsphilosophie arbeitet inderdisziplinär und untersucht das Recht als Gegenstand mit dem Methoden der Philosophie. Sie ist eng verwandt mit der Rechtstheorie, die bisweilen als ihr Teilbereich angesehen wird. Letztere betrachtet das Wesen des Rechts unabhängig von der konkreten Rechtsordnung und fragt nach seinen Geltungsbedingungen und der Struktur von Normen.
  • Auch die Rechtsgeschichte arbeitet interdisziplinär, indem sie sich dem Recht mit den Methoden der Geschichtswissenschaft zuwendet. Traditionell wird ihr Forschungsgegenstand mit der Trias vergangener Normen, vergangener Rechtspraxis und vergangener Reflexion über Recht umschrieben.
  • Die Rechtstatsachenforschung beschäftigt sich mit dem tatsächlich gelebten Recht.
  • Die Rechtssoziologie untersucht Recht als Phänomen der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Sie betrachtet die Funktion des Rechts in sozialen Funktionszusammenhängen.
  • Die Rechtsdidaktik beschäftigt sich mit Fragen der Vermittelbarkeit von Recht. Sie gehört wohl zu den ältesten Disziplinen der Rechtswissenschaft. In Deutschland erfuhr sie vor allem in den 1970er Jahren eine erhebliche Konjunktur. Nachdem sie anschließend fast in die Bedeutungslosigkeit verschwand, konnte sie sich in den letzten Jahren wieder etablieren.