Zeugen Jehovas

Weltzentrale der Zeugen Jehovas in Warwick im Bundesstaat New York (USA)

Die Zeugen Jehovas (Eigenbezeichnung: Jehovas Zeugen[1]; englisch Jehovah’s Witnesses[2]) sind eine christliche, chiliastisch ausgerichtete und nichttrinitarische Religionsgemeinschaft, die sich kirchlich organisiert.[3] Sie bezeichnen ihre innere Verfassung als „theokratische Organisation“.[4] Sie gingen aus der „Internationalen Vereinigung Ernster Bibelforscher[5] hervor, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten von Charles Taze Russell gegründet wurde.[6]

Zeugen Jehovas sind durch ihre ausgeprägte Missionstätigkeit, ihre Ablehnung von Bluttransfusionen, das Nichtbegehen aller religiösen Feier- und Festtage außer dem Abendmahl und das Nichtfeiern von Geburtstagen bekannt. Zudem machen sie seit jeher mit Beschwerden und gerichtlichen Verfahren vor nationalen und internationalen Beschwerdestellen und Gerichtshöfen auf sich aufmerksam, welche sie mit Phil 1,7 Phil 1,7 GNB begründen.Ihre Missionstätigkeit verrichten sie hauptsächlich durch das Anbieten von kostenlosen Bibelkursen [7] und dem Verteilen der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet. Alle Druckerzeugnisse, audiovisuellen Medien, Software-Veröffentlichungen und Online-Inhalte werden durch ein eigenes spendenfinanziertes, gemeinnütziges Verlagsunternehmen im Rahmen der Wachtturm-Gesellschaft produziert. Die vielsprachige Veröffentlichung ihrer Publikationen erfolgt in jüngerer Zeit im Besonderen auch über ihre Websites und ihre mobilen Apps. Die Informationen auf ihrer Hauptseite sind in 988 Sprachen[8] übersetzt. Ihre Internetbroadcasting-Website steht in 278 Sprachen[9] zur Verfügung. Ihre Online-Bibliothek für Recherchen in ihren Veröffentlichungen seit 1950 in englisch (deutsch ab 1959) ist in 605 Sprachen gehalten.[10] (Stand jeweils: Januar 2019).

Den Namen Jehovas Zeugen verwendet die Religionsgemeinschaft seit 1931, gestützt auf Jes 43,10–12 Jes 43,10–12 EU. Davor waren sie als Ernste Bibelforscher oder „Internationale Vereinigung Ernster Bibelforscher“ bekannt. Der Begriff „Russelliten“ wurde von Gegnern der Bibelforscher geprägt und gehörte nie zum Selbstverständnis der Religionsgemeinschaft. In Deutschland erlangte die Religionsgemeinschaft 2006 den Körperschaftsstatus, in Österreich 2009 die Anerkennung als Religionsgemeinschaft. Als Eigenbezeichnung im deutschsprachigen Raum verwenden sie den Namen „Jehovas Zeugen in [Landbezeichnung]“. Ortsansässige Gemeinden, als Träger der Versammlungen und Organisatoren der Zusammenkünfte, verwenden die Bezeichnung „Jehovas Zeugen, Versammlung [Stadtbezeichnung]“.[3]