Todesfall Klock

Der Todesfall Klock ist ein Tötungsdelikt, das am 6. Juni 2014 in der hessischen Stadt Maintal stattfand. Die beiden Mieter eines Reithofs, Klaus-Dieter B. (59 Jahre alt) und sein 29 Jahre alter Sohn, töteten ihre Vermieter, das 57-jährige Ehepaar Harry und Sieglinde Klock und vergruben anschließend die Leichen unter einem Misthaufen. Die Täter wurden vom Gericht freigesprochen, weil das Gericht Notwehr nicht ausschließen konnte. Der Fall sorgte für ein bundesweites Echo.[1]

Fallbeschreibung

Am 6. Juni 2014 begaben sich die Vermieter zum Reithof, unter anderem um ausstehende Miete einzufordern. Als sie nicht zurückkehrten, meldete die Tochter die beiden als vermisst. Obwohl die Ermittler Blutspuren am Reithof fanden, konnten auch nach Gründung einer Sonderkommission und umfangreichen Suchmaßnahmen, einschließlich des Einsatzes von Tauchern im Main, die Leichen nicht gefunden werden. Erst vier Monate später gestanden die Täter die Tat und zeigten den Ermittlern die Leichen, die unter einem Misthaufen vergraben waren. Harry Klock wurde mit 17 Messerstichen getötet, Sieglinde mit zwei Schüssen aus einer Pistole.

Die Täter beriefen sich auf Notwehr und gaben an, sie seien von dem aggressiven Vermieter bedroht worden. Am 5. August 2015 sprach das Landgericht Hanau die beiden Täter wegen Vorliegens von Notwehr frei. Im Vorfeld berichtete die Presse von vermutlich verminderter Schuldfähigkeit, Notwehr sei wahrscheinlich.[2] Das Gericht berief sich dabei maßgeblich auf die Zeugenaussagen eines Tierarztes, der den Vermieter als cholerisch und aggressiv beschrieb, unter anderem die Mieter als "geisteskrank" beschimpfte und regelrecht wie Sklaven kommandierte. Allein 30 Anzeigen gegen Klock seien seit 1984 aktenkundig gewesen.[3] und es war von Spielschulden die Rede. Manche beschrieben ihn als nett, ruhig und unauffällig, andere sprachen von einem Schläger aus der Bahnhofsszene. Der Freispruch stieß bei den Bürgern im Ort überwiegend auf Unverständnis.[4] Das Gericht glaubte den Angeklagten auch darin, dass sie die Leichen nur deshalb versteckten, weil sie befürchteten mussten, dass ihnen die Ermittler diesen Tatablauf nicht glauben würden. Nach der Urteilsverkündung kam es zu so starken Tumulten, dass die Polizei den Gerichtssaal räumen musste.[5]

Der Bundesgerichtshof hob am 1. Februar 2017 auf die Revision der Nebenkläger das Urteil wegen Fehlern in der Beweiswürdigung auf und verwies den Fall an eine andere große Strafkammer des Landgerichts Hanau zurück.[6] Am 16. März 2018 sprach das Landgericht Hanau die beiden Angeklagten erneut frei.[7] Allerdings wurde der Vater wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die aber auf die vorangegangene Untersuchungshaft vollständig angerechnet wurde.[8]

Das hr-fernsehen bezeichnete den Fall als einen der mysteriösesten Fälle Hessens.[9]