Suizid

Klassifikation nach ICD-10
Z91.5Selbstbeschädigung in der Eigenanamnese (Parasuizid, Selbstvergiftung, Versuchte Selbsttötung)
ICD-10 online (WHO-Version 2016)
Ernst Stückelberg: Sappho (Der Legende nach stürzte sich diese griechische Dichterin aus unerwiderter Liebe zum Fährmann Phaon von einem Felsen.)

Als Suizid oder fachsprachlich auch Suicidium (von lateinisch sui „seiner [selbst]“, und caedere „[er]schlagen, fällen, töten, morden“[1][2]) wird die vorsätzliche Beendigung des eigenen Lebens bezeichnet. Weitere Synonyme dafür sind Selbstmord, Selbsttötung, Mors voluntaria oder Freitod.

Suizid kann auf zwei Arten geschehen:[3]

  • entweder aktiv, indem man sich selbst Schaden zufügt (etwa durch tödliche Selbstverletzung oder die Einnahme von Gift),
  • oder aber passiv, indem man nicht mehr für sich sorgt (wenn z. B. lebensnotwendige Medikamente, Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten nicht (mehr) zu sich genommen werden).

Eine Suizidhandlung, die nicht direkt zum Tod führt, wird in der Fachsprache Suizidversuch oder Selbstmordversuch (lateinisch: Tentamen suicidii)[4] genannt. Suizidversuche sind sehr viel häufiger als vollendete Suizide. Der psychische Zustand eines suizidgefährdeten Menschen wird als Suizidalität bezeichnet. Überlebende (z. B. durch Rettungsmaßnahmen nach vorzeitigem Auffinden) benötigen oft Intensivmedizin oder tragen bleibende Behinderungen wie etwa Hirnschäden davon.

Aus Sicht der Medizin sind Suizide und Suizidversuche in vielen Fällen ein Symptom einer behandlungsdürftigen psychischen Störung (z. B. einer Depression, bipolaren Störung oder Schizophrenie). Es können dem aber auch starke Schmerzen oder andere schwere Leiden, Krankheiten oder Behinderungen zugrunde liegen, die der betroffene Mensch nicht mehr länger ertragen will. Einigkeit besteht in der Suizidforschung, dass durch frühzeitige medikamentöse Behandlung und professionelle therapeutische Hilfe einem Menschen zwar geholfen, er aber letztlich nicht mit Sicherheit von einer Selbsttötung abgehalten werden kann.

Mit dem Suizid befassen sich Wissenschaften wie die Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und die Rechtswissenschaft. Als eigenständige Wissenschaft, die sich mit dem Suizid besonders aus psychiatrisch-medizinischer Sicht beschäftigt, hat sich im 20. Jahrhundert die Suizidologie herausgebildet. Daneben gibt es praktische Ansätze zur Suizidverhütung und zur Betreuung derjenigen, die einen Suizidversuch unternommen haben, sowie der Angehörigen von Suizidenten.