Pandekten

Index omnium legum et paragraphorum quae in Pandectis, Codice et Instit[utionibus] continentur, per literas digestus.
(„Verzeichnis aller Gesetzestexte und Paragraphen, die in den Pandekten, im Codex und in den Institutionen [= Lehrbuch] enthalten sind, alphabetisch geordnet“.)
Lyon 1571.

Die Pandekten (von griechisch/lateinisch pandectae, „Allumfassendes“), auch Digesten (von lateinisch digesta, „Geordnetes“), sind eine spätantike Zusammenstellung aus den Werken römischer Rechtsgelehrter. Im Rahmen des später so genannten Corpus iuris civilis waren die Digesten ein Studienbuch für Fortgeschrittene des Lehrunterrichts. Vorangestellt war ein Anfängerlehrbuch, die Institutiones. Zusammen mit dem Codex Iustinianus bildeten sie den wichtigsten Teil der heutigen Überlieferung des römischen Rechts.

Im 19. Jahrhundert wurde in Deutschland die Pandektenwissenschaft entwickelt. Die Aufgliederung juristischer Sachthemen erfolgte dabei – dem System der Pandekten folgend – in der Unterscheidung der Bücher nach Schuld- (Obligationen), Sachen-, Familien- und Erbrecht. Dieser methodische Ansatz lag der Entwicklung und Ausarbeitung des deutschen BGB zugrunde.