Material Compliance

Die Material Compliance (MC) beschäftigt sich mit der Einhaltung von umwelt- und völkerrechtlich relevanten Gesetzen und Verordnungen, religiös motivierten Vorgaben und Vorgaben von Unternehmen, welche die Verwendung verschiedener Substanzen und/oder Werkstoffe in Produkten einschränken oder sogar verbieten.

Der überwiegende Teil der Material Compliance Regelwerke befasst sich mit umweltrelevanten Aspekten von Produkten, weshalb die MC vor allem als Teilbereich des produktbezogenen Umweltschutzes zu sehen ist. Weitere Gebiete des produktbezogenen Umweltschutzes sind z. B. die Energieeffizienz von Geräten oder der Schadstoffausstoß von PKW. Die Anforderungen, die sich aus dem produktbezogenen Umweltschutz ergeben, stellen Produktmerkmale (wie z. B. auch die Abmessungen oder die Funktion des Produktes) dar. Werden MC-Produktmerkmale nicht erfüllt, so ist das Produkt schlicht mangelhaft.

Material Compliance-Regelwerke die Gesetzgeber bisher verfasst haben, zielen darauf, Mensch und Umwelt vor schädlichen Substanzen zu schützen, den unkontrollierten Abbau geschützter Holzarten zu verhindern und die Finanzierung von Warlords (Kriegsherren in Krisengebieten) durch illegalen Bergbau einzudämmen.

Dabei steht der Gesetzgeber immer im Spannungsfeld: Zum einen, um die oben genannten gesellschaftlichen Ziele zu erreichen, zum anderen, um die Produktionsfähigkeit der Industrie zu erhalten. D. h., der Gesetzgeber muss für jede potentiell gefährliche Substanz die Gefährdung je nach Anwendung belegen und prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, weniger bedenkliche Stoffe zu verwenden (Substitution) und in welchem Zeitraum dies wirtschaftlich vertretbar umzusetzen ist.

Dies führt zu einer großen Anzahl von Regelwerken, die wiederum viele spezifische, zeitlich begrenzte Ausnahmen für die jeweilige Verwendung der reglementierten Substanzen haben.