Late Corp. of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints v. United States

Late Corp. of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints v. United States
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Verhandelt
16.–18. Januar 1889
Entschieden
19. Mai 1890
Name:The Late Corporation of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints et al. v. United States; Romney et al. v. United States
Zitiert:136 U.S. 1 (1890)
Sachverhalt
Beschwerde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage nach Auflösung
Entscheidung
Der Kongress ist autorisiert, die HLT-Kirche aufzulösen und ihre Wertgegenstände zu konfiszieren. Der Kongress verteilt die Wertgegenstände für die humanitäre Hilfe des Utah-Territoriums. Das Eigentum wurde den Mitgliedern der Kirche nicht zurückgegeben, da sie die verbotene Polygamie unterstützen.
Besetzung
Vorsitzender: Melville W. Fuller
Beisitzer: Miller · Field · Bradley · Harlan · Gray · Blatchford · Lamar · Brewer
Positionen
Mehrheitsmeinung: Bradley mit Miller, Harlan, Gray, Blatchford, Brewer
Zustimmend:
Abweichende Meinung:
Mindermeinung: Fuller mit Lamar, Field
Angewandtes Recht
Verfassung der Vereinigten Staaten, 1. Zusatzartikel und Edmunds–Tucker Act

Late Corporation of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints versus United States („Ehemalige Körperschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage gegen die Vereinigten Staaten“), 136 U.S. 1 (1890), war ein Fall des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, der am 19. Mai 1890 den Edmunds–Tucker Act bestätigte. Als Folge dieses Urteils wurde die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zeitweilig durch den Staat aufgelöst.

Die HLT-Kirche wurde vertreten von ihrem obersten Rechtsberater Franklin S. Richards und dem ehemaligen Kongressabgeordneten James Broadhead.[1]

Entscheidung

Die Entscheidung in Late Corporation berechtigte den Staat, das gesamte Eigentum der aufgelösten HLT-Kirche zu konfiszieren. Man nimmt an, das dieses einen Wert von 3 Millionen Dollar hatte. Tatsächlich konfiszierte der United States Attorney des Utah-Territoriums jedoch nur Wertgegenstände im Wert von 381.812 $.[2] Immobilien wie zum Beispiel die Tempel der Kirche wurden nicht konfisziert, obwohl es möglich gewesen wäre. Innerhalb von fünf Monaten beschloss die HLT-Kirche mit dem Manifest von 1890, die Praxis der Polygamie zu beenden. Am 25. Oktober 1893 ermöglichte eine Resolution im Kongress der Vereinigten Staaten die Rückgabe der konfiszierten Wertgegenstände an die HLT-Kirche, weil „die besagte Kirche die Praxis der Polygamie beendet hat und nicht mehr dazu ermutigt und die Praxis nicht mehr beschützt und nicht mehr das Gesetz verletzt.“[3]

Der Chief Justice of the United States, Melville W. Fuller, vertrat die Meinung der Minderheit. Diese besagte, dass der Kongress zwar die Polygamie verbieten dürfe, jedoch kein Eigentum von Personen und Firmen konfiszieren dürfe, solange sie keines Verbrechens überführt worden seien.[4]