Krätze

Klassifikation nach ICD-10
B86Skabies
Krätze
Befall durch Krätzmilben
Befall durch Sarcoptes scabiei
Befall durch Scabies
Borkenkrätze
Ekzema scabiosum
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Krätze, fachsprachlich Skabies, Scabies (von lateinisch scabere ‚kratzen‘) oder Acarodermatitis, ist eine weitverbreitete, durch die Krätzmilbe (vor allem Sarcoptes scabiei) verursachte parasitäre Hautkrankheit des Menschen. Die halbkugelförmigen, 0,3–0,5 Millimeter großen Weibchen der Krätzmilbe bohren sich in die Oberhaut (Epidermis) und legen dort in den Kanälen (caniculi, Milbengänge) Kotballen (Skybala) und ihre Eier ab. Ihre Absonderungen führen zur erheblichen Schädigung der Haut. Die Inkubationszeit beträgt etwa einige Tage bis sechs Wochen[1]. Für befallene Patienten gilt in Deutschland nach § 34 Infektionsschutzgesetz bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen. Andere Milbenerkrankungen des Menschen werden als Acariasis bezeichnet. Als Entdecker des Zusammenhangs zwischen Milbenbefall und der schon zuvor bekannten[2] Krätze gilt der italienische Arzt Giovanni Cosimo Bonomo im 17. Jahrhundert.

Krätze bei Tieren wird umgangssprachlich Räude genannt, wobei hier auch andere Milben vorkommen. Außer den Haarbalgmilben können die meisten dieser Parasiten auch den Menschen als Fehlwirt befallen und eine Pseudokrätze oder Trugräude, medizinisch Pseudoscabies, hervorrufen.

Sarcoptesmilbe