Klimapass

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Ein Klimapass ist ein vorgeschlagener Pass für Menschen, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlieren, die Klimaflüchtlinge. Der Pass soll staatsbürgergleiche Rechte in sicheren Staaten ermöglichen.[1]

Die meisten Menschen der Erde leben in Küstennähe, Gebieten also, die durch den Klimawandel zunehmend von Überschwemmungen betroffen sein werden, etwa Bangladesch oder viele Inselstaaten des Pazifiks. Aufgrund einer für den Fall ungebremsten CO2-Ausstoßes erwarteten massiven Zunahme von Orkanen und Hurrikans wird davon ausgegangen, dass die Ostküsten Chinas bzw. der Vereinigten Staaten, mit Metropolen wie New York, um das Jahr 2100 zum Teil unbewohnbar sein werden.[2] Hinzu kommen Gebiete, etwa in Teilen Afrikas, die aufgrund von Wüstenbildung nicht mehr als dauerhafte Wohnareale dienen können. Zu erwarten sind somit massive Wanderungsbewegungen in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhundert. Doch bereits bis 2050 werden nach Weltbank-Schätzungen 143 Millionen Menschen aus Afrika südlich der Sahara, Südasien und Lateinamerika durch Klimafolgen innerhalb ihrer Landesgrenzen vertrieben werden.[3] Den Flüchtlingsbewegungen aus Syrien im Jahr 2015 ging beispielsweise eine massive Dürre im Jahr 2011 voraus, die hierbei als eine der Fluchtursachen gilt.

Einen Klimapass brachte als Antwort auf diese zu erwarteten Flüchtlingswellen der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber in einer Rede auf der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Berlin Ende November 2017 erstmals in die öffentliche Debatte ein. Jeder, der wegen des Klimawandels seine Heimat verlassen müsse, solle in eines der Länder einreisen und sich dort niederlassen dürfen, die den Klimawandel hauptsächlich verursachen.[4]

Anfang August 2018 forderte auch die Grüne Jugend von der Europäischen Union ein verbindliches Recht auf Asyl für diejenigen Menschen, deren Heimat durch den Klimawandel unbewohnbar wird.[5]

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat den Vorschlag eines Klimapasses in einem im August 2018 veröffentlichten Politikpapier ausgebaut.[6]

Der Klimapass orientiert sich dabei am Nansen-Pass, der 1922 nach dem Ersten Weltkrieg vom Hochkommissar des Völkerbundes für Flüchtlingsfragen, Fridtjof Nansen, für russische Flüchtlinge entworfen wurde. Nansen wurde dafür und für seine Hilfsaktion in den Hungergebieten der Sowjetunion noch im selben Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der Nansen-Pass wurde am 5. Juli 1922 eingeführt und zunächst von 31, später von 53 Staaten anerkannt.