Insolvenzmasse

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Insolvenzmasse umfasst nach der § 35 Insolvenzordnung (InsO) das gesamte Vermögen, das dem Insolvenzschuldner zur Zeit der Eröffnung des § 153 InsO in der Vermögensübersicht aufzulisten, um sie den Verbindlichkeiten des Schuldners gegenüberzustellen. Der Begriff der Insolvenzmasse ersetzt den Begriff der Konkursmasse des früheren Rechts.

Bedeutung

Die Insolvenzmasse dient der Befriedigung der Gläubiger im Insolvenzverfahren im Wege der Gesamtvollstreckung. Nach der Aussonderung der nicht zum Verfahren gehörenden Vermögenswerte (z. B. aus Eigentum Dritter, etwa bei Kauf unter Eigentumsvorbehalt), der Berücksichtigung der Absonderungsrechte (aus Pfandrechten, aber auch etwas systemwidrig Sicherungseigentum, das aber wirtschaftlich eher einem Pfandrecht gleicht), dem Abzug der Verfahrenskosten und der Befriedigung der Massegläubiger wird aus der dann noch vorhandenen Masse die Quote berechnet, nach der die Insolvenzgläubiger befriedigt werden.

Die grundsätzlich unpfändbaren Geschäftsunterlagen des Schuldners gehören nach § 36 Abs. 2 Satz 1 InsO auch zur Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter benötigt diese, um das Gläubiger- und Masseverzeichnis erstellen zu können.

Übt der Schuldner eine selbständige Tätigkeit aus oder beabsichtigt er, demnächst eine solche aufzunehmen, hat der Insolvenzverwalter laut § 35 Abs. 2 Satz 1 InsO ihm gegenüber zu erklären, ob Vermögen aus selbständiger Tätigkeit zur Insolvenzmasse gehört und ob Ansprüche aus dieser Tätigkeit im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden können.