Hängebeschluss

Ein Hängebeschluss, auch Schiebeschluss oder Zwischenverfügung bezeichnet im System des vorläufigen Rechtsschutzes eine auflösend bedingte Zwischenregelung, die noch vor Abschluss des Eilverfahrens durch das zuständige Gericht ergeht, um einen Zustand vorläufig bis zum Abschluss des Eilverfahrens zu regeln.

Rechtsgrundlage ist unmittelbar Art. 19 Abs. 4 GG,[1][2] einfachgesetzlich ausgestaltet im Verwaltungsprozessrecht in § 123 VwGO,[3] im Zivilprozess beispielsweise in § 173 Abs. 1 Satz 3 GWB[4] und für das § 32 BVerfGG.[5]

Zwar ist bereits in Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes an sich das Beschleunigungsgebot zu beachten. Würde aber unter Berücksichtigung der Grundrechte der Beteiligten, insbesondere des Grundrechts auf effektiven Rechtsschutz auch das Eilverfahren zu lange dauern und sind irreversible Schäden für den Antragsteller nicht anders abwendbar, kann es im Einzelfall notwendig sein, im Rahmen der Folgenabwägung bereits vor Abschluss des Eilverfahrens einen Beschluss zu erlassen, mit dem ein Zustand vorläufig geregelt wird (sog. Eil-Eil-Rechtsschutz).[6]

Ein solcher Hängebeschluss kann etwa notwendig sein, wenn sich eine Behörde sachgrundlos weigert, während eines Verfahrens des einstweiligen Rechtsschutzes auf Vollstreckungsmaßnahmen zu verzichten. In diesem Fall kann im Wege des Hängebeschlusses die Vollstreckung bis zum Abschluss des Eilverfahrens ausgesetzt werden.

Literatur

  • Sebastian Krull: Der „Hängebeschluss“ im System des vorläufigen Rechtsschutzes der Verwaltungsgerichtsordnung. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2016, ISBN 978-3830090991. Rezension von Robert Gmeiner, ZVR-Online Dok. Nr. 2/2017