Green Criminology

Green Criminology (deutsch: Grüne Kriminologie) ist ein Forschungszweig der Kriminologie, der Delikte analysiert, die zu Umweltschäden führen. Green Criminology hat sich im vergangenen Vierteljahrhundert im angloamerikanischen Sprachraum etabliert, ist von der Fachwissenschaft in Deutschland bislang jedoch kaum wahrgenommen worden.[1]

Die internationale Gemeinschaft von Vertretern der "Green Criminology" befasst sich mit den biophysikalischen und sozioökonomischen Folgen von Umweltschäden. Wichtige Untersuchungsthemen sind Umweltverschmutzung und ihre Regulierung, die Wirtschaftskriminalität und ihre Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, die illegalen Entsorgung giftiger Abfälle (und damit zusammenhängende Korruption) sowie die Auswirkungen von militärischen Operationen auf die Umwelt.[2]

Die Green Criminology steht vor ähnlichen Schwierigkeiten wie benachbarte kriminologische Forschungsfelder zur Makrokriminalität, Regierungskriminalität oder der Kriminalität der Mächtigen. Ihre Etikettierungen kollidieren mit dem herkömmlichen Verbrechensbegriff. Zudem ist der forschungspraktische Zugang schwierig, denn die in diesem Zusammenhang „üblichen Verdächtigen“ gehören zu den wirtschaftlichen und politischen Machteliten.[3]

Literatur

  • Michael J. Lynch und andere: Green Criminology. Crime, Justice and the environment. University of California Press, Berkeley 2017, ISBN 978-0-520-28963-5.
  • Michael J. Lynch und Paul B. Stretesky: Exploring green criminology. Toward a green criminological revolution. Ashgate, Burlington 2014, ISBN 978-1-472-41806-7.
  • Rob White (Hrsg.): Green criminology. Critical concepts in criminology. Routledge, New York 2014, ISBN 978-0-415-81297-9.
  • Nigel South und Avi Brisman (Hrsg.): Routledge international handbook of green criminology. Routledge, Abingdon/ New York 2013, ISBN 978-0-415-67882-7.