Diskussion:Affäre Conti

Lesenswert-KLandidatur Affäre Conti

Als Affäre Conti wurde die nach Auffassung der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) Unterschlagung und illegale Übertragung von Firmenbeteiligungen der Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft AG (DCGG) im Wert von angeblich 98 Millionen Reichsmark aus der sowjetischen Besatzungszone nach Westdeutschland ab 1945 bezeichnet.
Im Dessauer Schauprozess wurden die Beteiligten 1950 zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der Prozess unter dem Vorsitz von Hilde Benjamin diente neben der Ablenkung von wirtschaftspolitischen Missständen auch als ein Instrument der SED zur Disziplinierung der Blockparteien und SED Mitgliedern mit liberaleren Ansichten.

Nachdem nun ein paar schöne Bilder aus dem Bundesarchiv verfügbar sind, lohnt sich nun der Artikel der Bewertung zu stellen. Morty 18:07, 5. Dez. 2008 (CET)

Ein paar Anmerkungen: Der erste Satz ist praktisch unüberschaubar und sollte geteilt werden. Aufbau einer kommunistischer Gesellschaftsstruktur ist meines Erachtens eine untaugliche Beschreibung für die Ziele der SMAD; sicherlich wollte sie die Voraussetzungen für eine Verstaatlichung der Wirtschaft schaffen, "kommunistische Gesellschaftsstruktur" ist bestenfalls nebulös. Formalia: Durchkopplung ("SED-Mitglieder") und leserfreundlicherer Umgang mit Abkürzungen wären zu wünschen. Weiteres später.--Mautpreller 14:19, 6. Dez. 2008 (CET)
Weiter: Es gelingt dem Artikel nicht, halbwegs klar zu machen, worum es hier überhaupt ging. Man muss sich praktisch durch den ganzen Artikel durchwühlen, um ein Bild zu bekommen. Das ist auch deshalb schwierig, weil die Begriffe für mein Gefühl etwas frei verwendet werden (so ist ein Sequester mW eine Funktion bzw. eine natürliche oder juristische Person, aber nicht der Prozess selbst, das ist Sequestrierung oder Sequestration - oder irre ich mich da?). Vor allem aber, weil über der Detailfülle die Linien und der "Zug" des Textes verloren gehen. Ich hab mir nach einigem Sinnieren Folgendes ganz grob zusammengereimt: Die Contigas war ein Konzern, der im Osten saß, aber im Westen Beteiligungen hatte. In einer juristischen Grauzone wurden diese Westbeteiligungen an eine Westgründung übergeben. Dies verfolgte die DDR als Wirtschaftsverbrechen. Das Ganze war hochgradig politisiert. Vielleicht stimmt das, vielleicht nicht. Aber warum kann man diese gewiss schwierige Materie nicht wenigstens versuchsweise auf den Punkt bringen? Daher, trotz der sehr lobenswerten Recherche, contra. --Mautpreller 15:12, 6. Dez. 2008 (CET)
Nochn PS: Auch die Gliederung ist strange. Hier wird die "Conti-Affäre" selbst zur "Vorgeschichte" (?!). Das eigentliche Ereignis ist dann offenbar der Prozess selbst. Das ist doch unlogisch. Mir würde weit mehr eine Gliederung einleuchten, die - nach einer kurzen Darstellung der Ausgangssituation - eine kurze Chronologie, dann die juristische und schließlich die politische Seite des ganzen Casus ausführt und dann, sozusagen als zweiten Hauptteil, den Prozess und seine Bedeutung behandelt. Dass das alles in der Chronologie der "Vorgeschichte" versackt, ist glaub ich der Hauptgrund dafür, dass man sich in dem Artikel so schlecht zurechtfindet.--Mautpreller 15:33, 6. Dez. 2008 (CET)
Du hast die Vorgänge richtig erfasst. Vielleicht wäre tatsächlich eine Umbenennung auf Dessauer Schauprozess (bisher nur Weiterleitung) sinnvoll. Morty 19:44, 8. Dez. 2008 (CET)

Symbol oppose vote.svg Contra Schlichtweg nicht OmA tauglich geschrieben, (= zu langathmig). Grösstenteils zu detailverliebt geschrieben, was denn Artikel fast unlesbar macht, wenn man die Geschichte nicht kennt. -- Bobo11 16:09, 6. Dez. 2008 (CET)

Komplexe wirtschaftliche und politische Sachverhalte sind oft nicht einfach (wiederzugeben). Morty 19:44, 8. Dez. 2008 (CET)
  • Vielleicht wäre ein Review zuvor angebracht gewesen. Der Einleitungssatz ist schon sehr unübersichtlich. Und die Kritik an der Detailverliebtheit und Ausführlichkeit ist schon angeklungen. Ps. ist nicht Dessauer Schauprozeß die treffendere Bezeichnung? Unter Google-Books findet sich kaum was unter Affäre Conti, unter Dessauer Schauprozeß schon. Im SBZ Handbuch steht, dass Schauprozess Fanal einer Säuberungswelle war, dabei spielte Furcht vor "westlicher Unterwanderung" auch eine Rolle. [1]] Die Bedeutung des Prozesses über den konkreten Fall hinaus gehört in die Einleitung. Machahn 23:23, 6. Dez. 2008 (CET)
Artikel stand fast 30 Tage im Review. Morty 19:44, 8. Dez. 2008 (CET)

Symbol support vote.svg Pro Trotzdem. Ich kann den Vorwurf der Omauntauglichkeit nicht ganz nachvollziehen. Streckenweise ist er sicher nicht ohne weiteres für Laien verständlich, das ist aber bei so langen detailierten Artikeln nicht ungewöhnlich. Der Anspruch der vollständigen Verständlichkeit für jedermann wird aber soweit ich mich erinnere ausdrücklich für LA nicht erhoben. Der Artikel ist sicher sehr ausführlich und die Einleitung im Verhältnis zum Gesamtartikel sehr kurz. Das ist Geschmacksfrage. Bei einem so ausführlichen Artikel dürfte m. E. auch die Einleitung etwas mehr liefern. Sie würde sicher noch gewinnen, wenn der erste Satz, der sich über mehr als drei Zeilen zieht aufgeteilt würde. Aber sie ist auch so m. E. schon (knapp) omatauglich. Eine kleine grammatikalische Korrektur wäre im letzten Satz der Einleitung noch notwendig. Hier: "... zur Disziplinierung der Blockparteien und SED Mitgliedern ..." ist ein "n" zuviel oder ein "von" zuwenig. Was ich ernsthafter bemängele ist an einigen Stellen ein nicht vorurteilsfreier Tonfall. Das ist schwer zu fassen, zumal ich mit der impliziten moralischen Bewertung der Vorgänge übereinstimme, aber der latente POV der in Sätzen wie "Durch ihre erfolgreichen Bemühungen war die Gefahr ... gebannt" oder "ähnliche Prozesse ... gingen über die Bühne" durchschimmert, würde mich von einem Votum pro Exzellenz abhalten, aber darum geht es hier ja nicht. Nur noch eine Kleinigkeit ist folgender Satz aus den Politischen Folgen:

Daneben diente er der Disziplinierung und Erziehung der Blockparteien und der kritischen Ansichten innerhalb der SED.
  • Er diente der Erziehung der ...parteien? Ich finde es ungewöhnlich von der Erziehung von Parteien zu sprechen.
  • Er diente der Disziplinierung und Erziehung - der kritischen Ansichten? Das kann man wirklich nicht so sagen.

(Übrigens wäre doch Mautprellers Extract fast schon ein schöner Baustein um dem geneigten Leser ein Gerüst zum Verständnis des Artikels zu geben und die Verschiebung zu Dessauer ... würde ich auch befürworten). --WerWil 20:26, 8. Dez. 2008 (CET)

Wenn das so ist ... Ich möchte aber nicht ohne Absprache mit dem Hauptautor tiefer in den Artikel eingreifen (zumal ich nicht übermäßig viel davon verstehe ...). Zudem müsste ja wohl die "politisierte" Seite auch in einer Kurzzusammenfassung noch etwas ausgeführt werden, was natürlich besonders kritisch ist (POV). Wenn man diese Probleme lösen kann, ists ja gut.--Mautpreller 09:47, 10. Dez. 2008 (CET)

Auswertung: Mangels Beteiligung sowie durch die argumentative Übermacht wurde diese Vorschlag negativ ausgewertet. -- Achim Raschka 08:21, 12. Dez. 2008 (CET)