Anwärter (Bundeswehr)

Ein Anwärter ist im Soldatenrecht eine Person im Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder Soldaten auf Zeit. Er befindet sich in der militärischen Ausbildung in einer Laufbahn der SLV). In den ähnlich der Laufbahnen des Beamtenrechts gestalteten Laufbahnen der Bundeswehr gemäß der SLV) sind folgende Anwärter vorgesehen:

Die Laufbahngruppen teilen sich in verschiedene Laufbahnen auf. Am weitesten verbreitet ist in der Laufbahngruppe der Offiziere der Offizieranwärter Truppendienst. Daneben gibt es z. B. Sanitätsoffizieranwärter,[2] Anwärter für die Laufbahn des Militärmusikdienstes und für den Geoinformationsdienst der Bundeswehr. Jede Laufbahn besitzt auch eine Variante für Reservisten, sodass es auch z. B. Reserveoffizieranwärter gibt.[3]Eine Besonderheit ist der Offizieranwärter Militärfachlicher Dienst. Diese Laufbahn können keine neu eingestellten Soldaten einschlagen. Sie ist ausschließlich für besonders leistungsstarke Feldwebel- und Bootsmanndienstgrade geöffnet. Sofern sie die Eigenschaft eines Berufssoldaten noch nicht besitzen, wird Offizieranwärtern des Militärfachlichen Dienstes diese Eigenschaft mit Ernennung zum Leutnant bzw. Leutnant zur See verliehen.

Eine dem Beamten auf Widerruf vergleichbares Institut gibt es für Soldaten nicht. Anwärtern wird gleich ein Dienstgrad verliehen, welches dem Amt im statusrechtlichen Sinne wie auch der Amtsbezeichnung entspricht. Sie sind also nicht formell in einem Vorbereitungsdienst oder führen keine der Dienstbezeichnung vergleichbare Anrede. Sie erhalten auch keine Anwärterbezüge, sondern eine ihrem Dienstgrad entsprechende reguläre Besoldung. Die Dienstgrade, die sie während ihrer Anwärterzeit innehaben, sind die der niedrigeren Laufbahnen. Es müssen nicht alle Dienstgrade nacheinander durchlaufen werden. Teilweise haben die Dienstgrade eigene Bezeichnungen. So durchlaufen Offizieranwärter (OA) in der Regel die Dienstgrade:

bevor sie zum Leutnant bzw. Leutnant zur See als niedrigstem Offizierdienstgrad ernannt werden.

Anwärter der Bundeswehr können – anders als Beamtenanwärter – nicht jederzeit entlassen werden. Jedoch kann ein soldatischer Anwärter innerhalb der ersten vier Jahre seiner Dienstzeit entlassen werden, wenn er die Anforderungen, die an ihn in seiner Laufbahn zu stellen sind, nicht mehr erfüllt oder fristlos, wenn er seine Dienstpflichten schuldhaft verletzt hat und sein Verbleiben in seinem Dienstverhältnis die militärische Ordnung oder das § 55 Soldatengesetz). Vor der Berufung in ein Soldatenverhältnis werden die Anwärter „Bewerber“ genannt.